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Bekanntlich sind Krippenplätze die teuersten Kitaplätze. Deshalb liegt es nahe, hier nach Alternativen zu suchen, wenn es Betreuungsbedarfe gibt, die es erlauben, unter Wahrung des Kindeswohls andere Betreuungsformen anzubieten. Das hat die Stadt Frankfurt/O. getan und ein "kommunales Betreuungsgeld" 2 Jahre lang bis zum Frühjahr 2003 angeboten. Folgendes waren die Rahmenbedingungen für diese interessante Initiative der Stadt Frankfurt/O. zur Entlastung des Kommunalhaushalts:
1. anspruchsberechtigt waren Eltern von Kindern bis zum dritten Lebensjahr (Krippe), die einen Rechtsanspruch auf Tagesbetreuung haben.
2. wenn diese auf eine Krippen-/Tagespflegebetreuung verzichten, wird ihnen ein Betreuungsgeld gezahlt, das bei einer nachgewiesenen Berufstätigkeit von mehr als 35 Stunden 250 Euro betrug (19-25 Std.: 125 Euro, 25-35 Std.: 185 Euro).
3. die Eltern mussten einen Betreuungsvertrag mit einer festen Betreuungsperson abschließen und dem Amt vorlegen.
Immerhin 67 Familien nutzten diese Möglichkeit im Jahr 2002. Die Kinder waren überwiegend im ersten Lebensjahr, einige im zweiten und wenige im dritten Lebensjahr.
Nach einer groben Schätzung hat die Stadt Frankfurt dadurch mindestens 150.000 Euro eingespart, nämlich die Differenz zwischen den Kosten des kommunalen Betreuungsgeldes und den Kosten einer Krippenbetreuung.
Es wurde in Frage gestellt, ob die Qualität der Betreuung, die ja nicht von Fachkräften wahrgenommen wird, akzeptabel sein kann. Wird durch einen solche Laienbetreuung durch Nachbarn und Verwandte der Bildungsauftrag der Kita untergraben?
Es gab keine detaillierten Erkenntnisse, warum Eltern diese Betreuungsform wählten (Ungewöhnliche Betreuungszeiten? Besondere Ansprüche an Betreuung?).
Weil letztlich nicht verhindert werden konnte, dass auch Familien, die sonst keine öffentliche Förderung in Anspruch nehmen würden, über das Betreuungsgeld eine öffentliche Finanzierung ihrer ansonsten privat geregelten Betreuungsformen (Oma, Nachbarn, Verwandte) erzielen konnten, wurde das kommunale Betreuungsgeld im Frühjahr 2003 ersatzlos gestrichen. Die Streichung führte nach Angaben aus der Verwaltung zu keiner nennenswerten Steigerung der Nachfrage nach Krippenplätzen und somit nicht zu einer Kostensteigerung.
Obwohl wir unsere Materialien regelmäßig von Fachleuten kontrollieren lassen, können wir für die Richtigkeit der Angaben keine Gewährleistung übernehmen. Stand: 03/04 |